Erziehst du noch oder begleitest du schon?

Nicole Reiter Coaching Mama-Intuition

Das haben wir schon immer so gemacht. Du bist doch auch groß geworden. Was machst du denn da mit deinem Kind?…. Kennst du diese Aussagen? Ganz unterschiedlich von wem, ob von Eltern, Freunden oder vielleicht sogar von fremden Menschen. Und ganz egal wie viel Mühe du dir gibst… diese Aussagen werden immer wieder kommen, denn es wird niemals immer allen passen, was du machst. Daher ist es doch am Besten du gehst so mit deinem Kind um, wie du es wirklich willst.
Heute geht es hier um den Unterschied zwischen erziehen und begleiten. Viel Spaß beim lesen und ich freue mich, wenn du mir deine Meinung hier lässt 🙂

Was ist Erziehen – ein Wortspiel

Manchmal habe ich so philosophische Momente, in denen ich Worte auseinander nehme, damit sie für mich auf noch mal klarer werden. Meine Gedanken zu dem Wort „erziehen“ möchte ich gerne mit dir teilen.

Er-ziehen, während ein Kind erzogen wird, wird es in die die Richtung gezogen, wie es die Eltern gerne hätten.

Wenn Erziehung passiert, werden die Erwartungen der Eltern, der Gesellschaft, der Tanten oder der Großeltern auf das Kind gelegt und es muss dies oder darf jenes nicht.

„Du musst während des Essens still sitzen“ – obwohl die Mama immer aufsteht, um irgendwas zu holen oder zu tun. „Du darfst nicht mit dem Handy spielen“ – während die Mama  immerzu am texten ist… warum werden von Kindern Dinge verlangt, die wir selbst nicht tun?

Warum werden Kinder irgendwo hin erzogen, was überhaupt nicht ihrer Natur entspricht? – Ich höre so oft das Argument, weil wir selbst es so erlebt haben oder weil ich es genau anders machen möchte als meine Eltern. Doch was ist das für ein sinnloses Argument?

Vor 20 oder 30 Jahren war  eine andere Zeit… heute ist heute und es ist auch eine andere Zeit. Und da ist es nun mal so, dass Dinge, die damals richtig waren heute nicht mehr der Zeitqualität entsprechen. Die Kinder heute sind unter ganz anderen Voraussetzungen auf diese Welt gekommen. So ist auch an der Zeit weg vom Erziehen zu gehen hin zu einem liebevollen Miteinander auf Augenhöhe.

Das Schlimmste, was beim Erziehen passiert, ist, dass Kinder die Anbindung an ihre eigene Identität verlieren. Sie bekommen gesagt, was richtig ist und was nicht. Aber sie werden in ihrer Individualität nicht gesehen. Sie bekommen die Erwartungen der Eltern übergestülpt und müssen so sein, wie gewünscht. Es wird gar nicht gesehen, was für wundervolle Wesen und Lehrmeister, Kinder in Wahrheit sind.

Begleiten...

Begleiten – ins Leben gleiten, auf individuelle Weise, den Bedürfnissen entsprechend. Mama und Kind. Ein offener, ehrlicher Austausch von Gefühlen und Bedürfnissen, von beiden Seiten. 

Begleiten heißt einen neuen, jungen Erdenbürger ins Leben zu führen. So wie er es seiner Natur entspricht. Begleiten bedeutet Rahmen halten und Freiraum geben. Sich selbst zu reflektieren und mit dem Herzen hinschauen. 

Dich fragen… Was brauche ich? Was braucht mein Kind? Wie können wir gemeinsam auf Augenhöhe miteinander sein und aneinander wachsen? Herausforderungen gemeinsam lösen, anstatt etwas aufzudrücken. Liebevoll miteinander sein. 

Lebst du vor, wie du möchtest, dass dein Kind ein Leben lebt? Kinder sind so feinfühlig, dass sie das Leben, was sie zwischen den Zeilen lesen. Sie drücken die Gefühle und Bedürfnisse aus, die ihre eigenen sind oder die, die sie eben spüren. Sie können das nicht unterscheiden, denn in ihrer Weltvorstellung gibt es noch kein getrennt sein. Somit sind ungestillte und nicht ausgelebte Gefühle von dir, irgendwie auch die Gefühle von deinem Kind.

So ist begleiten die Chance dich selbst weiterzuentwickeln und Erfahrungen und Verletzungen aus deiner Vergangenheit zu heilen. Zu vergeben, was du erlebt hast und mit dir selbst in Frieden zu gehen. 

Wie aus erziehen begleiten wird...

Zu allererst… sei liebevoll zu dir. Eine Veränderung passiert nicht von heute auf morgen… du hast die letzten 20 oder 30 Jahre die alte Kassette angehört. Wie soll da auf einmal von heut auf morgen alles anders sein?

Dann mache dir bewusst, was du tust und welche Situationen, immer wieder zu Streit, zu Überforderung oder zu Unzufriedenheit  führen. Aussagen, die du triffst, für die du dir am liebsten selbst über den Mund fahren würdest… gehe achtsam in deinen Mama-Alltag und beobachte erstmal.

Wenn du ein oder 2 Situationen für dich gefunden hast, die sich immer wiederholen.

Zum Beispiel, dass du unruhig wirst, wenn dein Säugling weint oder dein Kleinkind lieber mit den Schuhen spielt, als sie anzuziehen.

Überlege dir in einer ruhigen Minute, wie du es in Zukunft schaffen kannst genau in der Situation ruhig zu bleiben.

Vielleicht mehr Zeit einplanen, dass die Schuhe erstmal ein bisschen erkundet werden können – und das jedes Mal ;). Ein Ansatz könnte auch sein, anstatt mit den Gedanken schon in den Sorgen zu verschwinden einfach mal atmen und mitspielen, einen spaßigen Wettkampf drauß zu machen… wer hat die Schuhe als erstes an?

Und so wirst du nach und nach merken, wie sich in verschiedenen Situationen sich mehr Gelassenheit und Einfallsreichtum bei dir einstellt. Denn der Einfallsreichtum kommt von ganz alleine, wenn du den Stresslevel reduzierst.

Damit hast du dann vielleicht auch die Idee und die Nerven ein Buch über eine „moderne“ Form der Kinder-Begleitung zu lesen, um dich weiter inspirieren zu lassen, und dann deinen eigenen ganz persönlichen Weg zu finden.

Wenn du eine individuelle Begleitung suchst, wie du dich spüren kannst, deine Emotionen auszudrücken und deine Mama-Intuition erwecken möchtest, schreibe mir gerne eine Nachricht. Und wir vereinbaren ein unverbindliches Kennenlerngespräch und danach entscheidest du, ob wir zusammen arbeiten wollen.

Sei liebevoll zu dir <3

Deine Nicole

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